Freitag, 9. September 2016

PokémonRoll

PokémonGo sagt mir, dass ich heute schon 6,8 km gelaufen bin. Läuft bei mir.



Was schockiert nun mehr. Dass ich Pokémon spiele, oder wieder laufen kann?
Wer mich kennt, weiß dass ich eher Digimon Fan bin (schau mir grad wieder die Staffeln an), aber auch  zu Pokémon sag ich nicht nein.

Die Leute schauen nur immer so herrlich blöd, wenn ein Rollstuhlfahrer PokémonGo spielt. Und ich provoziere eben so herrlich gerne.


Sonntag, 28. August 2016

bodenarbeit

Ich hab heraus gefunden, dass 4 dicke Bücher in einem Rucksack zu schwer sind um sie mit dem Rollstuhl sicher transportieren zu können. Da entfernen sich die Lenkrollen (die kleineren vorderen Räder) langsam immer mehr vom Boden, der Hinterkopf nähert sich diesem immer mehr an und bevor man checkt was abgeht, liegt man schon da.
Kommt davon, wenn man unachtsam wird und sich denkt 'easy geht das'.






Donnerstag, 25. August 2016

angekommen

Ich schätze, ich darf jetzt endgültig als Behinderte bezeichnet werden.
Amazon schlägt mir jetzt schon Gesundheitsschuhe vor. Diese schönen fetten mit Klett. Also sorry, echt nichts gegen Behinderte, aber man kanns auch übertreiben.

Ich hab nur Schuhe mit Klettverschluss gesucht. Weil Klettverschluss definitiv leichter wäre, als die offenen Schnürsenkel in die Schuhe zu stecken. (Nicht, dass ich noch Stolper).
Aber Coole! Schuhe mit Klettverschluss. Nike, Vans, sowas.
Normal wär mir die Marke egal, nur wenn man im Rollstuhl sitzt muss man extrem auf sein Schuhwerk achten. Trage ich irgendwelche noname Schuhe mit Klett, sieht das gleich wieder so behindert aus. Gesundheitsschuh mäßig. Dann lieber mit offenen Schuhen.

Freitag, 19. August 2016

behindert

Jetzt reicht's. Jetzt werde ich so hart zunehmen, dass ich nicht nur vorwärts, sondern auch seitwärts rollen kann.
Mir wird nicht mal mehr geglaubt, dass ich querschnittgelähmt bin. Ob ich an Muskelschwund leide wurde ich gefragt. Das ist echt peinlich. Nicht Muskelschwund, das ist scheiße, aber so dünn zu sein, ohne irgendeine Krankheit.

Ich bin 1,70 groß (glaube ich, ich habs ehrlich gesagt vergessen...) und wiege 55 Kilo.
Mit Rollstuhl. Jetzt müsste man halt wissen wie viel so ein Rollstuhlwiegt, gell :P
Ich verrate es euch. Meiner wiegt 12,4 Kilo.
Ich muss sagen, ich war sehr enttäuscht, als ich mein Gewicht gesehen hab. Ich hatte nach meiner ersten Reha schon wenig drauf, dann nach der Katastrophalen Reha in Bad Griesbach noch mehr abgenommen und dachte eigentlich ich hab zugenommen. Aber nix. Ärgerlich.
War schon immer schlank, hatte immer so 52 Kilo, aber so mager war ich noch nie. Vor allem wurde ich noch nie gefragt, ob ich an Muskelschwund leide.

Würde gerne so 5-8 Kilo zunehmen, aber es wird einfach nichts. Astronautennahrung, also diese hochkalorischen Drinks bringen nichts, da wird mir nur schlecht und ich kann gar nichts mehr essen.
"Einfach schön viele Pizzen essen" ist auch leichter gesagt als getan. Mir schmecken fettige Sachen nicht. Und das ist auch ein Problem bei dem ganzen. Mir schmecken gesunde Sachen besser als ungesunde. Ich trinke am liebsten Wasser, esse gern Paprika, Gurke, Karotte, fast lieber als Süßigkeiten. Das glaubt mir immer keiner, alle denken ich ess es nur um dünn zu bleiben, aber falsch mir schmeckt es einfach viel besser. War schon immer so.
Nudeln, Reis, Fleisch, alles ohne soße. Salate! Ich liebe Salat. Aber von Salat und Wasser nimmt man halt nicht zu. Eine Zeit lang hab ich mich richtig unter Stress gesetzt, extra immer das essen mit den meisten Kalorien genommen, immer 5 Löffel mehr als hunger. Aber hat mich nur noch verrückter gemacht und ich hab wieder weniger gegessen.
Jetzt setz ich mich nicht mehr unter Stress und hoffe, dass es einfach wird.

Hätte gern bisschen mehr Masse um Muskeln aufzubauen. Va muss ich schwerer werden, dass ich beim Rugby nicht immer seitlich weggeschoben werde.

Generell ist es so, dass Leute im Rollstuhl zunehmen, durch die verringerte Bewegung, va Tetras sind da gefährdet. Ist bei mir halt leider nicht so.
Der einzige Vorteil ist, dass ich weniger Gewicht hochstemmen muss.


Dienstag, 16. August 2016

-.-

Wenn du null Bock auf die Leute in der Heimat hast...bzw. generell auf Fußgänger und Querschnittunwissende (Y)



Mittwoch, 10. August 2016

human

So noch eine Woche und es geht wieder ab nach Hause.
War dann fast 6 Wochen hier.
Auf der einen Seite freu ich mich auf zuhause, mein Bett (mein schönes breiteres Bett, bei dem ich nicht ständig Angst haben muss, wenn ich mich drehe, rauszufallen), meine Familie, meine Freunde, mein Hund <3,...
Aber auf der anderen Seite fühl ich mich hier verdammt wohl. Hier ist alles so schön rollstuhlgerecht. Also zumindest im Gebäude selbst. Mein Zimmer (hier gibt's zum Glück nur Einzelzimmer!! Keine schnarchenden Omas im neben Bett, nur ein schwerhöriger Opa neben meinem Zimmer, der den ganzen Tag am telefonieren ist.......).
Ich brauch unbedingt auch eine rollstuhlgerechte Wohnung. Wir haben zwar zuhause umgebaut, aber nur das nötigste und da unser Haus schon mehr als 100 Jahre alt ist, kann man recht viel mehr nicht rausholen. Es ist einfach ein geiles Gefühl selbst das Fenster auf und zu machen zu können, sich beim Zähneputzen im Spiegel zu sehen und selbst essen aus dem Kühlschrank holen zu können. Das klingt wahrscheinlich für euch selbstverständlich, aber für mich ist es alles andere als das. Das bedeutet hier so viel Selbstständigkeit! Wenns mir hier im Zimmer zu stickig wird, mach ich das Fenster auf, wirds mir zu kalt mach ich es zu. Ich muss nicht warten, bis jemand kommt und ihn nerven und mir helfen lassen. ICH kann es selbst aufmachen. Das ist so viel Freiheit. Ein Fenster aufzumachen
Ich hoffe einfach ich hab irgendwann genug Geld mir eine schöne, rollstuhlgerechte Bude zu kaufen. Bin ja leider kein BG-Fall und auch nicht live im TV verunglückt...





Aber nicht nur das rollstuhlgerechte ist hier so toll. Auch die Leute. Mit Rollsuhlfahreren ist es komplett anders als mit Fußgängern. Viel angenehmer, jemand zu haben mit dem man sich auf Augenhöhe unterhalten kann(wortwörtlich).
Die wissen was los ist, was abgeht, man kann sich austauschen, man weiß, dass der gegenüber nicht verunsichert ist durch den Rollstuhl und man wird einfach als Mensch gesehen.
Denn egal wie offen jemand ist, Menschen haben einfach ein Problem mit dem Rollstuhl. Unsicherheit, werden nervös, man merkt wie ihr unter Druck steht und so krampfhaft versucht euch normal zu verhalten, nichts falsch zu machen.
Man wird hier ganz anders wahrgenommen. Keiner versucht krampfhaft nicht auf den Rollstuhl zu schauen, hier wandert meistens der erste Blick auf den Rollstuhl, der wird ausgecheckt 'ah cool der Helium, den hatte ich auch mal! Bist du mit dem zufrieden?'
Hier wirst du blöd angeschaut, wenn du ohne Rollstuhl kommst. Hier ist keiner, der dich mitleidig anschaut. Hier wird nicht gesagt 'wow, krass dass du das trotz Rollstuhl gemacht hast', hier wird gesagt 'ok, toll, hab ich auch gemacht'.
Sich wieder als Mensch zu fühlen und als Mensch behandelt zu werden ist Gold wert.