Dienstag, 21. Februar 2017

keine Hände, kein Brot?

Ich stand grad so in der Küche, hatte bisschen Hunger. Da lag ein Brot auf der Arbeitsplatte. Ich dachte mir nur, Brot wär jetzt schon gut. Problem: Brot im ganzen Essen eher schlecht, selbst eine Scheibe abschneiden für mich selbst unmöglich und keiner zuhause, der mir ein Stück abschneiden könnte.
Und jetzt bin ich auf eine über-krasse Idee gekommen. Ich kauf mir später für meine eigene Bude einfach eine Brotschneidemaschine. Dann bin ich darauf gekommen, dass ich mir ja auch einfach immer geschnittenes Brot kaufen kann. Und daaann bin ich darauf gekommen, dass ich eine Brotschneidemaschine ja auch so einstellen kann, dass ich Semmeln teilen kann. Und so auch alleine Semmeln essen kann. Später mal. Und jetzt bin ich glücklich, weil ich wieder etwas an Selbstständigkeit gewonnen habe.

Brotschneidemaschine dürfte zu bedienen sein. Knöpfe drücken geht easy, und Brot halten und schieben sicher auch.



PS: ich hasse Anspielungen auf den Film "Ziemlich beste Freunde".

Sonntag, 12. Februar 2017

Bücher gesucht

1. Semester überstanden :D

Ich muss sagen Jura macht schon sehr Spaß, vor allem Zivilrecht.
Ich merke nur ich muss mich noch um einiges mehr mit Politik auseinandersetzen um nen besseren Durchblick zu bekommen.
Ich werde die Tage mal etwas zu Rollstuhl und Uni posten.


Und liebe bibeltypen: bitte keine Messias-Bücher mehr! Kauft lieber Lehrbücher und schickt die, hab ich mehr davon. Ihr könnt ja irgendein Jesus Bild dazulegen, ich kann auch so tun als wäre ich interessiert.

Das ist das Problem. Die Lehrbücher. Zur Bibliothek brauch ich 1 1/2 Stunden. Viel zu lang, va brauch ich immer jemanden der mitkommt. Und alle Bücher kaufen ist teuer. Aber wenn ich lerne, lerne ich einfach am liebsten anhand verschiedener Quellen und lese verschiedene Bücher und Meinungen zu einem Thema. Also liebe Juristen, die Lehrbücher haben und loswerden wollen: nicht wegwerfen, mir schicken^^

Montag, 6. Februar 2017

Instagram: amelieebner

Hab jetzt neben meinem privaten Instagram auch mal ein öffentlichen Account. Denn so wirklich hab  ich noch nicht raus wie man hier Bilder hochladen kann.

Bei Interesse: amelieebner

Fuß und Rollstuhlfetischisten sind noch immer nicht gern gesehen

Donnerstag, 2. Februar 2017

vier

Die Leute stellen sich immer vor, wie schlimm es sein muss, zu erfahren, dass man querschnittgelähmt ist. Dass die erste Zeit hart sein muss, man sich daran gewöhnt und mit der Zeit lernt, damit umzugehen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das Gegenteil ist der Fall.
Die erste Zeit, vor allem die ersten Tage sind im vergleich noch so entspannt.
Zum einen hast du noch überhaupt keine Ahnung, was da auf dich zu kommt. Du weißt nicht, was es heißt querschnittgelähmt zu sein. Hast keine Ahnung, dass du Jahre brauchen wirst, bis du wieder alleine aus dem Bett kommst. Du weißt noch nicht, dass nicht nur deine Beine nicht mehr gehorchen werden. Du merkst, dass es auch deine Finger, deine Arme, dein Rumpf nicht tun und wie viel mehr dich das noch einschränkt. Du weißt noch nicht, dass du nie wieder einfach so unter die Dusche springen wirst. Du merkst wie viel Zeit und Kraft es kosten wird, zu duschen. Du weißt noch nicht, dass deine fehlende Fingerfunktion dich schreiben komplett neu lernen lassen werden muss. Du hast keine Ahnung, dass in wenigen Monaten, alle deine Freunde, die versprechen dich immer zu unterstützen und für dich da sein werden, dir den Rücken zukehren. Sich nicht mehr melden und dich alleine lassen. Du weißt noch nicht, wie blöd, bemittleidend dich die Menschen anschauen werden. Weißt noch nicht, dass es unmöglich werden wird, alleine rauszugehen und zu tun worauf du Lust hast. Du weißt noch nicht, dass du in wenigen Wochen vom Menschen zum Rollstuhlfahrer wirst, so wie dich die Leute eben sehen werden. Du ahnst noch nichts von dem Kampf mit den Kassen, mit Behörden und Sanitätshäusern.
Da bist nur du und der Gedanke: "Ok, Mist, ich kann gerade nicht mehr aufstehen."

Und dann ist da noch etwas, das alles viel leichter macht. Da ist die Hoffnung. Da ist der Arzt, der dir sagt du wirst nie wieder laufen können und ein einziger Gedanke: Jaja, genau. In ein paar Tagen werde ich hier rausspazieren.
Die Ärzte, die immer wieder sagen, wie schwer deine Verletzung ist. Aber noch immer nur diese Überzeugung, dass das nur ein vorübergehender Zustand ist, nur ein vorübergehender Zustand sein kann. Wenn nicht die Beine, dann werden doch wenigstens die Hände, oder?
Dann kommen die Wochen und du verstehst nicht, warum du noch immer nicht laufen kannst. Noch nicht einmal aufstehen, mit dem Zeh wackeln, die Finger strecken.
Nach Wochen, sind es Monate. Noch immer nichts. Du wirst aus der Reha nach Hause entlassen. Warum? Ich kann doch noch gar nicht wieder laufen?
Die Ärzte sagen dir, man soll den Nerven Zeit geben. Zwei Jahre. Was bis dahin nicht kommt, kommt nicht wieder.
Dann ist ein Jahr rum. Du bekommst langsam Angst, denn du musst unbedingt in einem Jahr wieder laufen können, denn sonst wird das nie wieder. Und die Zeit vergeht. Zu schnell. Und dann sitzt du, wieder ein Jahr später, zwei Jahre nach dem großen Tag da. Fragst dich wo die Zeit geblieben ist und warum zur Hölle sich einfach nichts bessert. Warum kannst du nicht aufstehen? Warum kannst du dein Bein nicht heben. Warum kannst du nicht laufen. Und so langsam. Wirklich langsam, ängst du an zu realisieren. Du realisierst, dass es wohl doch kein vorübergehender Zustand war, ist. Dir fängt an klar zu werden, was das bedeuten könnte. Für immer. Und für immer ist ziemlich lang.
Und dann sitzt du da. Vier Jahre nach Tag X. Fragst dich wo die Zeit geblieben ist und warum zur Hölle sich einfach nichts bessert. Du hast realisiert, was es bedeuten kann. Für immer. Aber Akzeptanz ist da nicht. Du willst es nicht wahrhaben, aber die Hoffnung nimmt immer mehr ab. Die Hoffnung, die dich hat nach vorne schaun lassen. Die verliert sich mit der Zeit. Was bleibt ist die Angst. Wut. Und vielleicht auch Traurigkeit.

Du hast gedacht, spätestens in ein paar Jahren wirst du wieder laufen. Wirst nur selten daran denken, wie du einmal fast im Rollstuhl gelandet wärst. Aber die Jahre vergehen und du merkst, wie sich nichts tut.